Großbrand bei Müllentsorger. Feuerwehr mit 100 Kräften im Einsatz.

  • Paderborn

 

Paderborn: Am Montag wurde die Feuerwehr Paderborn um 18:51 Uhr zu einem Brand auf dem Gelände eines Entsorgungsbetriebes an der Halberstaedter Straße im Industriegebiet Mönkeloh gerufen. Hier ist es im Bereich einer offenen Remise zur Zwischenlagerung von diversen Abfällen aus noch ungeklärten Gründen zu einem Brand gekommen.
Kurz vor 19.00 Uhr erreichten die Feuerwehr Paderborn mehrere Anrufer, die den Brand meldeten. Fast zeitgleich detektierte auch die automatische Brandmeldeanlage des Betriebes den Brand und alarmierte unverzüglich und automatisch die ersten Einsatzkräfte. Kurz danach war die Einsatzstelle schon anhand der dichten schwarzen Rauchentwicklung aus der Ferne auszumachen.
 
Die starke Rauchentwicklung erschwerte vor Ort zunächst das Vorgehen der ersten Einsatzkräfte. Schnell wurde klar, dass sich das Feuer mit hoher Geschwindigkeit ausgebreitet haben muss. Als die Paderborner Feuerwehr mit den ersten Einheiten am Einsatzort eintraf, stand unter der 1.600 Quadratmeter großen Remise bereits der komplette Müll, rund 3.000 Kubikmeter Mischmüll, Pappe und Papier, Restmüll und Kunststoffabfälle, in hellen Flammen.
 
Durch den massiven Einsatz von Löschwasser von mehreren Seiten aus und dem Vorgehen unter Atemschutz gelang es schnell den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Zwischenzeitlich konnten bis zu 5.500 Liter Löschwasser auf das Feuer gegeben werden. Das zurückfließende Löschwasser konnte zuverlässig seit Beginn der Löscharbeiten mit einer geeigneten und extra dafür vorgesehenen Löschwasserrückhalte-Einrichtung aufgefangen werden. Somit konnte eine weitere Ausbreitung durch kontaminiertes Löschwasser über das Abwassersystem frühzeitig verhindert werden.
Paderborner Einsatzkräfte der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) unterstützten die Feuerwehr mit einem Radlader zum auseinanderziehen der brennenden Müllberge und leuchteten zudem im späteren Verlauf die Einsatzstelle aus.
Da die Rauchwolke durch den recht starken Wind in nord-östliche Richtung getrieben wurde, führte die Feuerwehr Paderborn zusammen mit der Feuerwehr Delbrück umfangreiche Messungen entlang der Ausbreitungsrichtung durch. Ergänzt wurden die Messungen der Feuerwehr um eigene Messungen und Wischproben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV).
Während der Löschmaßnahmen meldeten sich mehrere umliegende Betriebe, die einen Raucheintrag in ihre Betriebsstätten zu verzeichnen hatten. Einige Mitarbeiter hatte man daher schon nach Hause entlassen und die Produktion in Teilen eingestellt.
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Glücklicherweise blieb es bei einem Sachschaden. Personen kamen durch den Brand nicht zu Schaden.
Die verwaisten Feuerwachen Nord und Süd wurden währenddessen durch Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr (Löschzüge Marienloh bzw. Schloß Neuhaus) besetzt. Diese kamen auch tatsächlich zum Einsatz, als eine weitere automatische Brandmeldeanlage um 20:25 Uhr zu einem parallelen Einsatz im Stadtteil Schloß Neuhaus alarmierte. Hier stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Auslösung auf einen technischen Defekt zurückzuführen ist.
Insgesamt waren 110 Einsatzkräfte im Einsatz. Die Einsatzkräfte der ersten Stunde vor Ort wurden gegen 01:00 Uhr abgelöst. Derzeit laufen die Nachlöscharbeiten, die sich noch vermutlich bis in die späten Morgenstunden hinziehen werden.
Beteiligte Einsatzmittel insgesamt:
Feuerwache Nord (Hilfeleistungslöschfahrzeug und Drehleiter)
Feuerwache Süd (Hilfeleistungslöschfahrzeug und Drehleiter)
Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter Atemschutz (AB-A)
Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter Sonderlöschmittel (AB-SM)
Freiwillige Feuerwehr, Löschzug Elsen
Freiwillige Feuerwehr, Löschzug Stadtmitte
Freiwillige Feuerwehr, Löschzug Wewer
Freiwillige Feuerwehr, Löschzug Stadtheide
Sondereinsatzgruppe (SEG) Messen
Messfahrzeug FW Delbrück (ABC ErkKW)
BA THW, OV Paderborn
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV)
Bezirksregierung Detmold
Kreis Paderborn
Leitungsdienst (A-Dienst)
Leitungsdienst (B-Dienst)
Leitungsdienst (C-Dienst)
1 Notarzteinsatzfahrzeug (NEF)
1 Rettungswagen (RTW)
Polizei
Ltd. BD Ralf Schmitz
Leiter der Feuerwehr
Einsatzleiter | A-Dienst
BA Mirco Westbomke
Berichterstattung | C-Dienst
  • Paderborn
 
 
 
Dienstag, 07.05.2019. Update zum Großbrand auf dem Betriebsgelände eines Entsorgungsunternehmens
Beim gestrigen Einsatz war eine schwarze Rauchwolke weithin über Paderborn sichtbar. Deswegen wurden zahlreiche Messungen im Stadtgebiet über die gesamte Einsatzdauer durchgeführt.
Die Messungen wurden von der Sondereinsatzgruppe Messen der Feuerwehr Paderborn, einem ABC-Erkunderfahrzeug der Feuerwehr Delbrück und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) durchgeführt.
Da die Rauchwolke durch den starken Wind in nord-östliche Richtung getrieben wurde, fanden umfangreiche Messungen entlang der Ausbreitungsrichtung statt. Besonders im Bereiche Warburger Straße/Universität und in einem Senkenbereich in Dahl waren stärkere Geruchsbelästigungen zu verzeichnen. Ansonsten lagen an keinen Messpunkten Überschreitungen der Richtwerte vor. Für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.
Trotzdem ist es wichtig, Warnungen und Durchsagen der Feuerwehr zu beachten.
Ltd. BD Ralf Schmitz, Leiter der Feuerwehr
Einsatzleiter I A-Dienst, BOI Anne-Maria Wegner
 
Berichterstattung Feuerwehr Paderborn Foto: WB
 
 
Polizeipresse
 
Der Brand auf dem Gelände einer Paderborner Müllentsorgungsfirma ist auf Selbstentzündung zurückzuführen. Davon geht die Kreispolizeibehörde Paderborn nach ihren Ermittlungen aus.
Am Montagabend war in der Lagerhalle an der Halberstädter Straße gegen 18:50 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Kunststoffe und Müll hatten sich entzündet und zu einer starken Rauchentwicklung geführt. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort, der Bereich wurde von der Polizei großräumig abgesperrt. Die Löscharbeiten dauerten bis tief in die Nacht. Über die Apps Katwarn und Nina wurde die Bevölkerung gewarnt und gebeten Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Der Sachschaden beläuft sich auf rund 100.000 Euro. Er kann weiter steigen, da die Statik der Lagerhalle noch geprüft werden muss.