Rund 250 Einsatzkräfte der Feuerwehren und der Hilfsorganisationen probten am Samstagvormittag mit rund 70 Fahrzeugen bei einer Notfallübung den Ernstfall auf dem Flughafen Paderborn/Lippstadt.

  • Flughafen Paderborn Lippstadt

 


Büren-Ahden: Rund ein Jahr lang hatte Roland Kempkensteffen Leiter der Flughafenfeuerwehr, an dem Übungsdrehbuch gefeilt.
Nach der Zwischenlandung eines mit zwei Piloten besetzten Kleinflugzeuges in Ahden kam es in der Luft zu Motorproblemen und Funkstörungen, so dass die Maschine zum Flugplatzt zurückkehrte. Bei der missglückten Landung kollidierte die Maschine auf einem Rollweg mit einem Passagierflugzeug, überschlug sich und ging in Flammen auf. Einer der Piloten wurde aus dem Cockpit geschleudert. Dabei wurden, so die Annahme, die Piloten des Reiseflugzeuges getötet. In der Passagiermaschine, die mit zwei Piloten und 13 Reisenden besetzt war, gab es zahlreiche Verletzte.

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Bei dieser Notfallübung, die alle zwei Jahre von der Zivilluftfahrtorganisation ICAO vorgeschrieben ist, steht das Zusammenspiel der Flughafenfeuerwehr mit den kommunalen Feuerwehrwehren, dem Rettungsdienst und den Hilfsorganisationen im Mittelpunkt. Die Flughafenfeuerwehr verfügt über 73 Einsatzkräfte, die im Alarmfall sofort ihre Arbeitsplätze verlassen. Mindestens neun Feuerwehrwehrleute sind stets im Dienst. Innerhalb von drei Minuten müssen sie mit zwei Flugfeldlöschfahrzeugen jeden Punkt auf dem Flughafen erreichen können, so Flughafenchef Marc Cezanne.
Um 9.31 Uhr wird die Flughafenfeuerwehr wegen der Luftnotlage des Kleinflugzeugs alarmiert. Auch erste Rettungswagen rücken aus. Ein solches Szenario spielt sich etwa zehn Mal pro Jahr in Ahden ab. Nach der Kollision lautet um 9.37 Uhr das Einsatzstichwort Flugunfall, und die Leitstelle des Kreises alarmiert nach Plan weitere Einheiten der kommunalen Feuerwehren und der Hilfsorganisationen. Um 9.43 Uhr heulen im Stadtgebiet Büren die Sirenen.

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Schlag auf Schlag treffen weitere Fahrzeuge auf dem Flugfeld ein oder fahren im den Bereitstellungsraum zwischen Flughafen und Kreisfeuerwehrzentrale. Aus dem Abrollbehälter Rettung werden aufblasbare Schnelleinsatzzelte und eine Verletztensammelstelle errichtet. Parallel dazu werden Verletzte aus der Passagiermaschine des Typs ATR gerettet Die Mimen geben sich große Mühe, echt zu wirken. Sie schreien, reagieren hysterisch und laufen immer wieder panisch durcheinander.
Nach und nach normalisiert sich das Geschehen: Mehrere Notärzte kümmern sich um die Verletzten, und die brennende Maschine ist gelöscht. Trümmer sind gelöscht. Für Roland Kempkensteffen ist die Übung erfolgreich gelaufen. Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert. Trotz zwei Einsatzstellen auf engstem Raumhaben sich die Kräfte nicht gegenseitig behindert. Die vorbereiteten Konzepte haben gegriffen.

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Zuguterletzt werden die Einsatzkräfte noch mit einer Zusatzlage konfrontiert: 15 Abholer, die auf Passagiere des verunglückten Fliegers warteten, reagieren im Flughafengebäude erregt und fordern lautstark Informationen über ihre Angehörigen - ein klarer Fall für die Betreuungskräfte der Hilfsorganisationen.
Beim gemeinsamen Mittagessen dann ein Schock: Ein Feuerwehrmann, der zuvor noch unter Atemschutz im Einsatz war, wirkt apathisch und ist nicht mehr ansprechbar. Sofort kümmern sich anwesende Notfallmediziner im Airportforum um den erkrankten Feuerwehrmann, berichtet Kreisbrandmeister Elmar Keuter.

Bericht: VdF Paderborn, Ralph Meyer