Jahreshauptversammlung der ABC-Einheiten in Büren-Ahden, mit Vorstellung des neuen Einsatzkonzeptes.

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Büren-Ahden. Die Abwehr von Gefahren durch atomare, biologische und chemische Stoffe (ABC-Gefahren) hat im Land einen deutlich höheren Stellenwert erhalten. Aus diesem Grund werden auch die Einheiten im Kreis Paderborn personell erheblich verstärkt und zu einem Verband zusammengefasst. Auch die Fahrzeugausstattung wird umfangreicher. Details stellten Kreisbrandmeister Elmar Keuter und Matthias Strunz, Leiter der ABC-Einheiten, bei der Mitgliederversammlung im Ahdener Airport-Forum vor.

Lag die Kompetenz der Gefahrenabwehr im ABC-Bereich bislang vor allem bei den Feuerwehren Delbrück und Paderborn, so wird die neue ABC-Einheit, die rund 180 Feuerwehrleute umfassen wird, auf ein breiteres Fundament gestellt. Während sich die Feuerwehr Delbrück weiterhin vor allem um die Entgiftung (Dekontamination) von Personal und Verletzten kümmern wird und gemeinsam mit Kräften der Feuerwehr Paderborn Gefahren misst und erkundet, kommen die Bereiche Gefahrenabwehr und die Dekontamination von Geräten hinzu. Für den Bereich Gefahrenabwehr, die über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Kommunen hinausgeht,  sind künftig Kräfte der Feuerwehren in Büren und Bad Wünnenberg zuständig, und die Feuerwehren Bad Lippspringe und Büren übernehmen die Warnung der Bevölkerung – nicht nur bei ABC-Gefahren.

Die Leitung der ABC-Einheiten übernimmt Matthias Strunz (Delbrück), der bereits auf 15-jährige Erfahrung bei der Feuerwehr Delbrück in diesem Bereich bauen kann. Hier wurde ein oranges DMF umlackiert, dort ein „blauer Klaus“ zu einem Gerätewagen Logistik´ umgebaut, erinnert sich Strunz. Außerdem wurden Konzepte erstellt, nach denen strukturiert, ausgebildet, alarmiert und die Einsätze abgearbeitet wurden. Wörtlich fügt er hinzu: „Hier haben wir uns, das kann ich mit Stolz sagen, in OWL einen guten Namen gemacht. Wir arbeiten überregional in OWL zusammen und sind so auf einen Einsatz im Nachbarkreis – oder darüber hinaus – gutvorbereitet“.
Strunz‘ Stellvertreter ist Lothar Mühlbrandt, ebenfalls aus Delbrück. Unterstützt wird die Führungsriege durch die beiden Fachberater Jan-Uve Walter und Rainer Gutknecht. Einheitsführer Gefahrenabwehr ist Marcus Siekaup, Messen und Erkunden: Benedikt Schmertmann, Dekontamination P und V: Maik Sellemerten und Warnen: Christian Hoffbauer.
Kernstück der Ausrüstung ist ein Abrollbehälter V-Dekon, der auf einem Wechselladerfahrzeug verlastet ist. Das bei der Kreisfeuerwehrzentrale stationierte Fahrzeug wird idealerweise in Verbindung mit dem Abrollbehälter BHP-50 für die Einrichtung eines Behandlungsplatzes für 50 Personen kombiniert, die dann entsprechend entgiftet und anschließend medizinisch betreut werden können. Erforderlich sind dafür rund 5.000 Quadratmeter.

Weitere Fahrzeuge für den ABC-Einsatz sind zwei Erkunder-Kraftfahrzeuge, mehrere Gerätewagen und ein Löschfahrzeug 10 für den Katastrophenschutz, das bei der Feuerwehr Delbrück in Bentfeld stationiert ist.  Ebenfalls beschafft werden soll ein neues Einsatzleitfahrzeug, für das 100.000 Euro im Haushalt bereitstehen. Für den Bereich Dekon G, der Entgiftung von Material und Geräten, ist zurzeit ein Landes-Fahrzeugkonzept in Arbeit. Sobald die Rahmenbedungen geklärt sind, wird auch diese Teileinheit im Kreis Paderborn aufgestellt.
Im vergangenen Jahr haben die ABC-Kräfte umfangreich trainiert und wurden auch zu vier Einsätzen alarmiert, berichtet Schriftführer Christian Wiesing.

Bildzeile: Urkunden für Einheitsführer und Vertreter: (v. l.) Matthias Strunz, Kreisbrandmeister Elmar Keuter, Lothar Mühlbrandt, Jörg Brunnert, Carl Wübbe, Benedikt Schmertmann, Maik Sellemerten und Christian Hoffbauer.
 
Quelle: VdF Paderborn, Ralph Meyer