»Wünnenberger Wehr ist leistungsfähig«. Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes auf den Weg gebracht.

 

Bad Wünnenberg: Etwa ein Jahr länger als geplant hat es gedauert, bevor die Fortentwicklung des Brandschutzbedarfsplanes für das Stadtgebiet Bad Wünnenberg entscheidungsreif war. Dafür, so Claudia Weichert von der Stadt Bad Wünnenberg, liege nun ein Konzept vor, das alle Beteiligten zufrieden stellt.

Alle fünf Jahre wird das Brandschutzkonzept einer Kommune unter die Lupe genommen und entsprechend fortgeschrieben. Untersucht werden allgemeine und besondere Gefahren und Risiken im Stadtgebiet, es werden Schutzziele festgelegt sowie Personal und Fuhrpark analysiert. Die Stadt Bad Wünnenberg hat damit das Ingenieurbüro »antwortING« aus Köln beauftragt.

Mit der ersten Version waren die Hauptbeteiligten, die freiwilligen Feuerwehrleute Bad Wünnenbergs, nicht zufrieden. Sie sahen sich nicht ausreichend in die Arbeit der Gutachter einbezogen. Insbesondere in der Datenerfassung habe es Erläuterungsbedarf gegeben.
Gleichzeitig hatte es personelle Veränderungen in der Verwaltung gegeben. Claudia Weichert hatte im September die Leitung des Ordnungsamtes von Karl-Heinz Fleckner übernommen. »Das eigentliche Ziel ist es, dass alle zusammen am Brandschutz arbeiten. Es ergibt aber wenig Sinn, wenn der Abstimmungsprozess nicht rund läuft«, sah Claudia Weichert einen guten Zeitpunkt gekommen, einen runden Tisch einzuberufen, an dem das gesamte Werk noch einmal abgestimmt wurde und die Gutachter erläuterten, wie sie zu welchem Ergebnis kamen. Die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes wurde anschließend einstimmig in der jüngsten Ratssitzung beschlossen.

Für ihre Bewertung herangezogen haben die Gutachter aus Köln Einsatzzahlen und Fakten aus den Jahren 2013 bis 2017. Nach ihrer Einschätzung ist das Alter des gesamten Fuhrparks (17 Fahrzeuge, drei Anhänger) ausgewogen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre müssen 41 Prozent der Fahrzeuge ersetzt werden. Damit kommen Kosten in Höhe von rund 900.000 Euro auf die Stadt zu. Zusätzlich sind in Bad Wünnenberg zwei Fahrzeuge des Kreises Paderborn für Katastrophenlagen stationiert. Diese kann die Wehr der Kurstadt in ihrem Einsatzgebiet mitnutzen.

Claudia Weichert betont aber, dass diese Einsatzwagen nicht Fahrzeuge aus dem eigenen Fuhrpark ersetzen, da sie ja möglicherweise in besonderen Situationen nicht zur Verfügung stehen. Gleichzeitig sei die personelle Besetzung dieser Einsatzwagen eine Herausforderung. Doch der Standort Bad Wünnenberg ergebe deshalb Sinn, weil diese Fahrzeuge oft auf den Autobahnen gebraucht würden und dort schnell zur Verfügung stehen müssten.

Auch an den sieben Standorten der Bad Wünnenberger Wehr muss einiges getan werden. Am längsten ist die Mängelliste bekanntlich beim Gerätehaus in Bad Wünnenberg. Hier soll der Standort in der Schützenstraße aufgegeben werden. In der Oberstadt wird neu gebaut werden. An den weiteren Standorten sind es mal kleinere Nachbesserungen wie Hinweise auf enge Einfahrten oder das Fehlen einer Stiefelwäsche oder mal größere Maßnahmen wie die Einrichtung sanitärer Anlagen für Frauen oder der Einbau von Absauganlagen und die Verlegung von Umkleideräumen.

Den derzeitigen Personalbestand (227 Aktive/47 Jugendfeuerwehr) bewerten die Gutachter als gut. Dennoch sollten in allen Einheiten Maßnahmen zur Mitgliedergewinnung fortgeführt werden. Erheblicher Personalrückgang sei in zehn Jahren zu erwarten. Wünschenswert sei, in Fürstenberg eine doppelte Zugstärke zu erreichen.

Zudem soll sich die Wehrleitung für Qualifizierung und Weiterbildung der Feuerwehrleute einsetzen. Die ermittelten Eintreffzeiten der ersten Fahrzeuge am Einsatzort liegen laut Gutachten nahezu alle über den bisher als Qualitätsstandard gesetzten acht Minuten. Ursache des geringen Erreichungsgrades im ersten Schutzziel tagsüber sei weniger ein allgemein zu spätes Eintreffen am Einsatzort als vielmehr eine zu geringe Anzahl an Funktionen, die in der vorgegebenen Zeit eintrifft, heißt es in dem insgesamt mehr als 100 Seiten umfassenden Brandschutzbedarfsplan. »Auf der Grundlage der vorliegenden Daten kann geschlossen werden, dass die Feuerwehr der Stadt Bad Wünnenberg grundsätzlich leistungsfähig ist«, heißt es darin aber auch.
Den runden Tisch will Claudia Weichert künftig beibehalten. Er ermögliche mehr Transparenz und Informationsbedarf könne dort ausgeglichen werden. »Das ist der richtige Weg«, sagt die Ordnungsamtsleiterin.

Quelle: Westfälisches Volksblatt