Einsatzkräfte meistern Probefall. Übung der Feuerwehr Delbrück in leer stehendem Haus.

  • Delbrueck

 

Delbrück: Dichter Rauch steht über einem älteren Doppelhaus in der Karlstraße in Delbrück, am Fenster im Obergeschoss steht eine Frau und ruft um Hilfe, neben ihr hat sich eine Person aus dem Dachfenster gelehnt, ist aber schon nicht mehr ansprechbar. Schnelle Hilfe ist nötig! Mit diesem Übungsszenario hat sich jetzt die Delbrücker Feuerwehr auseinandergesetzt.

Schon auf der Anfahrt zur Karl­straße erhöht Einsatzleiter Frederic Mühlbrandt das Einsatzstichwort, und in Delbrück heulen wenig später die Sirenen.
Die erste Lageerkundung vor Ort ergibt, dass es zu einem Kellerbrand im Heizungskeller gekommen ist. Zwei Personen halten sich vor der Flucht vor Rauchgas an Fenstern auf, fünf weitere Personen werden vermisst. Die Alarmübung des Löschzuges Delbrück ist realitätsnah aufgebaut.

»Wir haben uns an den jüngsten Übungsabenden mit der Menschenrettung und der Brandbekämpfung beschäftigt. Diese Übung jetzt ist nun der praktische Abschluss«, erläutert der stellvertretende Wehrführer Ralf Fischer ein neues Ausbildungskonzept, bei dem monatlich unterschiedliche Schwerpunktthemen geschult werden.
»Wir haben dabei darauf verzichtet, weitere Kräfte aus den benachbarten Löschzügen mit einzubinden, wie dies bei einem Realeinsatz der Fall wäre«, erläuterte Ralf Fischer im Verlauf der Übung.

  • a238011600i0017_max1024x

 

Die beengte Zufahrt in die Stichstraße der Karlstraße stellte für die Großfahrzeuge eine erste Herausforderung dar. Nachdem Drehleiter und ein Löschfahrzeug gut platziert waren, konnten die Einsatzkräfte die Personensuche in dem verrauchten Gebäude intensivieren. Rund 35 Feuerwehrleute trainierten im und am Haus, das die Stadt vor etwa 70 Jahre gebaut hatte. Über Steckleitern und die Drehleiter wurden die an den Fenstern stehenden Personen befreit. Rainer Sprenger, Jürgen Kersting, Ingo Schrader und Jens Liermann haben das Übungsszenario ausgearbeitet. Dazu gehörte auch, dass die Feuerwehrleute mit den gefährdeten Personen am Fenster, die natürlich verängstigt sind, ins Gespräch kommen, sie ablenken und beruhigen. Zur Absicherung der Übung war auch der Rettungsdienst vor Ort.

Mehrere Trupps legten umluftunabhängigen Atemschutzgeräte an, drangen in das verrauchte Gebäude vor und durchsuchten in dem Gebäude jedes Zimmer, jeden Winkel. Nach und nach konnten die fünf »vermissten« Personen gefunden und ins Freie gebracht werden, so eine medizinische Erstversorgung simuliert wurde.
»Die Schulungsinhalte wurden jetzt in der Praxis sehr gut umgesetzt. Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert«, bemerkte Ralf Fischer in einem Fazit.

Quelle: Westfälisches Volksblatt von Axel Langer