Kinder für Gefahren sensibilisieren. Feuerwehr Bad Lippspringe erhält „Rauchdemohaus“.

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Bad Lippspringe: Was auf den ersten Blick wie eine hübsch dekorierte Puppenstube aussieht, ist in Wirklichkeit ein „Rauchdemohaus“. Es soll Kindern, aber auch Jugendlichen und Erwachsenen zeigen, wie schnell sich giftiger Qualm bei einem Brand ausbreitet. Die Feuerwehr Bad Lippspringe bekommt voraussichtlich im Februar solch ein Rauchdemohaus, mit dem sie unter anderem in Kitas und Grundschulen Anschauungsunterricht geben kann.

„Bei Hausbränden sterben die meisten Menschen nicht durch lodernde Flammen, sondern durch den giftigen Rauch“, sagt Michael Heck. Er muss es wissen. Schließlich ist Heck Wehrführer der Bad Lippspringer Feuerwehr. Das Rauchdemohaus ist Heck zufolge ein wichtiges Anschauungsobjekt. Das Holzmodell mit einer Höhe von knapp einem Meter zeigt ein Wohnhaus im Querschnitt. Es verfügt über Wohn- und Schlafräume sowie ein Treppenhaus. Ein Blick in die Zimmer verheißt aus Sicht der Brandfachleute nichts Gutes: Oma liest zwar aufmerksam die Zeitung. Ihr entgeht aber, dass einige Holzscheite aus dem brennenden Kamin fallen. In einem anderen Raum brennt eine Kerze, aber niemand passt auf. In der Küche bahnt sich ein Fettbrand an.

Auf der Rückseite des Rauchdemohauses verbirgt sich umfangreiche Technik: Hier sitzen die Steuerungen für Nebelmaschine, Rauchwarnmelder, Fenster- und Türöffnungen sowie den Aufzug. Mit Hilfe der Nebelmaschine, die per Fernbedienung in Betrieb gesetzt werden kann, können die einzelnen Zimmer verraucht werden. Die Türen lassen sich mittels Seilzug öffnen und schließen, und drei Rauchwarnmelder geben Alarm, sobald Rauch in die Messkammer eindringt. Überdrucklüfter sorgen dafür, dass der künstlich erzeugte Rauch später schnell abgesaugt werden kann.

„Mit dem Rauchdemohaus können wir schon Kinder für typische Gefahren im Haushalt sensibilisieren“, betont Heck. „Es wird hier anschaulich erklärt, wo Gefahrenquellen lauern, wie sie vermieden werden können, wie im Notfall zu reagieren ist und wie Rauchwarnmelder funktionieren. Das Rauchdemohaus ist darüber hinaus ein wichtiges Schulungsobjekt, Rettungskräfte im taktischen Angriff auszubilden.“

Das von der Feuerwehr jetzt bestellte Rauchdemohaus soll voraussichtlich im Februar geliefert werden. Das Ganze hat natürlich seinen Preis. Heck gibt die Kaufsumme mit 2500 Euro an. „Glücklicherweise hat sich mit der Volksbank Schlangen/Spar- und Darlehnskasse Bad Lippspringe ein Spender gefunden, der den Kaufbetrag übernimmt“, freut sich der Badestädter Wehrführer. „Wir unterstützen dieses Projekt sehr gerne, da es vorbildlich durchdacht ist und einen wichtigen Beitrag zur Prävention im Gefahrenfall darstellt“, so Bankvorstand Iris Brockmeier. Ein Dankeschön sprach sie auch Bankmitarbeiter Hendrik Tasche aus, der sich im Vorfeld für das Feuerwehr-Projekt stark gemacht hatte.
 
Foto: Freuen sich auf das Rauchdemohaus (von links): Markus Schäfers, bei der Feuerwehr Bad Lippspringe für die Brandschutzerziehung zuständig, Andreas Willeke Geschäftsführer des Fördervereins der örtlichen Feuerwehr, Bankvorstand Iris Brockmeier, Bank-Mitarbeiter Hendrik Tasche und Wehrführer Michael Heck. Das Bild zeigt ein Vergleichsmodell. Foto: Klaus Karenfeld
 
Quelle: Westfälisches Volksblatt