Notfallhelfer unterstützen seit 25 Jahren den Rettungsdienst im Kreis. Beim Neujahrsempfang der Feuerwehren lobt Kreisbrandmeister Elmar Keuter den neuen Löschwassertransportzug als „Instrument der kommunalen Zusammenarbeit“.

  • Neujahrsempfang



Kreis Paderborn. Seit 25 Jahren gibt es im Kreis Paderborn Notfallhelfergruppen, die wirkungsvoll die Arbeit des Rettungsdienstes unterstützen. Sie werden stets dann alarmiert, wenn mehrere Patienten zu versorgen sind oder der Regelrettungsdienst im Einsatz ist. Ziel der Notfallhelfer oder First Responder ist die Verkürzung des so genannten „therapiefreien Intervalls“ bei der Versorgung.
Das Silberjubiläum der Notfallhelfer stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfanga des Verbandes der Feuerwehren (VdF) im Kreis Paderborn. Elmar Keuter, Vorsitzender und Kreisbrandmeister, begrüßte dazu am Montagabend rund 100 Feuerwehrleute, Kommunalpolitiker und Gäste in der Kreisfeuerwehrzentrale in Büren-Ahden.
Den Anfang bei den Notfallhelfern machte der Löschzug Buke der Freiwilligen Feuerwehr Altenbeken im Mai 1994. Sie haben bislang 725 Einsätze absolviert. Es folgten Einheiten in Hövelhof, Delbrück, Bad Wünnenberg und das Notfallhelfersystem in Lichtenau.
Die Notfallhelfer haben eine rettungsdienstliche Ausbildung von mindestens 160 Stunden und sind auch in die Konzepte für einen Massenfall an Verletzten eingebunden. Keuter lobte das große Engagement der Notfallhelfer und betonte, die Rettung eines Menschenlebens habe für die Feuerwehr stets die höchste Priorität.

In seinem Jahresrückblick betonte Keuter, dass die Feuerwehren im Kreis Paderborn im vergangenen Jahr zu 3.225 Einsatzstellen im abwehrenden Brandschutz und zu Hilfeleistungen ausrückten. Damit wurde die Einsatzzahl des Jahres 2018 noch um 56 Einsätze übertroffen. Wörtlich fügte Keuter hinzu: „Das entspricht im Durchschnitt neun Einsätzen pro Tag“.  Zu den größten Einsätzen des vergangenen Jahres zählen der Schulbusunfall bei Grundsteinheim Anfang April, bei dem 35 Personen verletzt worden, sowie große Waldbrände in Kleinenberg und Bad Wünnenberg, bei denen jeweils mehr als 200 Kräfte im Einsatz waren. In diesem Zusammenhang lobte Keuter den neugebildeten Löschwassertransportzug als „wunderbares Instrument der kommunalen Zusammenarbeit im Kreis Paderborn“

Der Verband der Feuerwehren zählte zum Jahresende 2019 4.436 Mitglieder. Davon waren 2.746 aktiv in den Einsatzabteilungen. Der Feuerwehr gehören 478 Mitglieder an, was einem Plus von 41 Nachwuchslöschern entspricht. 336 Mitglieder des Verbandes sind weiblich.
836 Feuerwehrleute drückten bei 42 Lehrgängen die Schulbank, 1.134 Einsatzkräfte legten erfolgreich die Belastungsprobe in der Atemschutzübungsstrecke ab, und 229 Feuerwehrleute gingen in der Realbrandausbildungstrecke buchstäblich durchs Feuer. Im kommenden soll die Zahl der Ausbildungsplätze nochmals ansteigen. Der Kreisverbandstag findet in diesem Jahr in Elsen statt, der Leistungsnachweis wird in Delbrück-Lippling ausgetragen, und die zum Seniorennachmittag trifft sich die Feuerwehrfamilie im Herbst in Büren.

Vize-Landrat Wolfgang Weigel kündigte an, dass sich die Erweiterung der Leitstelle im Planungsstadium befindet. Erneuert wird in der Kreisfeuerwehrzentrale, die seit Jahresbeginn unter der Leitung von Marc Hammerstein steht, die Schlauchpflegeanlage. Außerdem wird ein Löschfahrzeug für Ausbildungszwecke beschafft. Weigel hatte zustimmende Lacher auf seiner Seite, als er betonte, die Kreisfeuerwehrzentrale sei viel wichtiger als das Paderborner Kreishaus.

Beim Neujahrempfang wurde Brandoberinspektor Matthias Strunz aus Delbrück, Leiter der ABC-Einheiten im Kreis Paderborn, mit der Ehrennadel des Verbandes der Feuerwehren im Kreis Paderborn ausgezeichnet.  Bei der Umstrukturierung der ABC-Einheiten war Strunz die treibende und lenkende Kraft. Unter dem „Dach“ der ABC-Einheiten sind nun die Fachgebiete Gefahrenabwehr, Messen, Dekon und Warnen vereint. Auch wurde im vergangenen Jahr das Konzept „Grundausrüstung für den ABC-Schutz“ für alle Wehren im Kreis mit dem dazugehörigen Ausbildungskonzept verabschiedet.

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Ernenungsurkunden gab es auch für die IuK-Experten Christian Fortmeier, Björn Steinkemper und Torsten Napierala von den neu gebildeten Einheiten für Information und Kommunikation (IuK). Thomas Gehle wurde für sein Engagement beim Umbau des AB-Öl zum AB-Gefahrgut ausgezeichnet. Außerdem erhielt der Wasserförderzug eine Dankurkunde des niedersächsischen Innenministers für die Unterstützungsarbeit beim Moorbrand in Meppen im vergangenen Jahr. Schließlich verabschiedeten die Feuerwehrleute den langjährigen Kreisordnungsamtsleiter Herbert Temborius, der in den Ruhrstand tritt.

VdF Paderborn, Ralph Meyer