Rund um die Uhr im Einsatz. Julia Lehmler und Philipp Wagner wurden zu leitenden Notärzten bestellt.
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Kreis Paderborn: Ob Unfall auf der Autobahn oder Brandexplosion in einem Unternehmen: Solche Ereignisse bringen von einer Sekunde zur anderen viele Menschen in Not oder gar Lebensgefahr. Dann müssen am Schadensort die richtigen Entscheidungen getroffen werden.
Genau das ist Aufgabe eines leitenden Notarztes. Er kümmert sich nicht um das einzelne Unfallopfer, sondern muss den Überblick behalten, die medizinische Versorgung koordinieren und beispielsweise festlegen, wer mit Rettungswagen oder Hubschrauber in welche Klinik gebracht werden muss.

Julia Lehmler und Philipp Wagner wurden vom Kreis Paderborn zu leitenden Notärzten bestellt. Ordnungs- und Sozialdezernent Michael Beninde überreichte im Paderborner Kreishaus die Ernennungsurkunden.
"Ich danke Ihnen, dass sie diese Aufgabe übernehmen und wir bei einem so genannten Massenanfall von Verletzten auf ihre qualifizierte Hilfe zählen können", sagte Beninde.
Julia Lehmler arbeitet in der Anästhesie des St. Vincenz-Krankenhauses in Paderborn, Philipp Wagner in der Unfallchirurgie desselben Hauses. Damit steht dem Kreis Paderborn ein Team von insgesamt 17 speziell ausgebildeten Notärzten - unter der Leitung des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst im Kreis Paderborn, Ingo Christiansen - rund um die Uhr zur Verfügung.

Die leitenden Notärzte verfügen zusätzlich zu ihrer Facharztqualifikation über eine Zusatzausbildung in Einsatztaktik und Katastrophenmedizin sowie über detaillierte Ortskenntnisse und reichhaltige Erfahrung in der Notfallmedizin. In genau definierten Einsatzfällen, die per Stichwort im Rechner der Kreisleitstelle hinterlegt sind, werden die diensthabenden Notärzte dann automatisch von der Kreisleitstelle mit alarmiert.

Im Kern besteht ihre Aufgabe darin, bei so genannten Großschadensereignissen mit hohem Verletztenaufkommen Leitungsaufgaben im medizinischen Bereich zu übernehmen.Schwerpunkte einer solchen leitenden Notarzttätigkeit sind die Beratung der Einsatzleitung in medizinischen Fragen und eine auf die Situation zugeschnittene Organisation des medizinischen Einsatzes.
Das bedeutet konkret: "Während andere Notärzte sich um die medizinische Behandlung der Patienten kümmern, organisiert der Leitende Notarzt in Abstimmung mit der Einsatzleitung und dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst den weiteren Einsatzablauf, um auch in Extremfällen jedem Patienten die bestmögliche Versorgung ermöglichen zu können", erläutert Christiansen.

Bericht / Foto: Neue Westfälische