Auf Grund von Erfahrungen bei der Waldbrandbekämpfung hat der Kreis Paderborn 2019 einen Löschwassertransportzug aufgebaut, der bei Bedarf in allen zehn Kommunen des Kreisgebietes zum Einsatz kommen soll. Kernstück der neuen Einheit sind fünf geländegängige, allradgetriebene Tanklöschfahrzeuge und ein Wechselladerfahrzeug der Kreisfeuerwehrzentrale mit einem Abrollbehälter Mulde, der ein Fassungsvermögen von 34 Kubikmetern ausweist.

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Den Auslöser für den Aufbau einer Sondereinheit zur speziellen Rettung aus Höhen und Tiefen mit Hilfe der Seiltechnik bei der Feuerwehr Paderborn gab die Neufassung der Feuerwehr-Dienstvorschrift (FwDV) 1 im Jahre 1998. Dort wurde festgeschrieben, dass zum Auffangen von Personen Kernmanteldynamikseile und entsprechende Auffanggurte zu verwenden sind. Zuvor war bei den Feuerwehren nahezu ausschließlich der Feuerwehr-Sicherheitsgurt als Nachfolger des Hakengurtes in Verbindung mit der genormten Feuerwehrleine zum Sichern von Personen eingesetzt worden.

Seit 2016 ist einer von sieben Wasserförderzügen des Landes Nordrhein-Westfalen im Kreis Paderborn stationiert und wird gemeinsam von den Feuerwehren Lichtenau und Salzkotten betrieben. Hauptaufgaben des Zuges sind die Wasserförderung von großen Wassermengen über längere Wegstrecken zur Brandbekämpfung oder das Abpumpen größerer Wassermengen, beispielsweise aus überfluteten Gebieten. Typischerweise werden im Löscheinsatz zwei Feuerlöschpumpen über einen Verteiler 2-FA oder ein Verteiler F5-B gespeist.

Der Einsatzbereich des Abrollbehälters (AB) Rettung ist der Massenanfall (MANV) von Verletzten. Ab dem Einsatzstichwort MANV2 (ab 10 verletzten Personen), wird der Abrollbehälter automatisch in den Einsatz gebracht und nach einem speziellen Konzept des Kreises Paderborn im Einsatzabschnitt Erstversorgung eingesetzt. Der AB-Rettung ist an der Kreisfeuerwehrzentrale (KFTZ) stationiert. Das mitgeführte Material wird turnusmäßig überprüft und gewartet.