12.06.Juni | Bezirksreserve Paderborn baut Elbenauern eine Burg

{gallery}news/2013/130612sand{/gallery}

Ob die Feuerwehrleute aus dem Kreis Paderborn wohl gewußt haben, daß Elbenau mal eine Burg hatte? Die Burg Elbenau steht schon seit 1800 nicht mehr, nur noch vereinzelte Scherben von Dachziegeln oder Stücke von Mauersteinen findet man am ehemaligen Standort.

Jetzt steht kurz vor der Haberlandbrücke eine neue Burg, gebaut aus Sandsäcken. Sie soll an das Hochwasser 2013 erinnern. "Wir haben die Form der Burg der Wewelsburg mit ihrem dreieckförmigen Grundriß nachempfunden", sagte Andreas Müller, Teilverbandsleiter der Bezierksreserve Paderborn. Diese Burg ist als Logo stilisiert auf die T-Shirts der Feuerwehr gedruckt. Auf einem schnell gemalten Stoff-Banner bedanken sich die Kameraden für die "Super-Unterstützung" durch die Bevölkerung. "So wie beispielsweise am Montag in Grünewalde, als die Bürger Kaffee und Kuchen brachten, und dann tatkräftig mit anpackten", sagte Müller, und fügte hinzu "ohne die vielen freiwilligen Helfer hätten wir das in Grünewalde wohl nicht so schnell geschafft". Aber auch allgemein findet er die Aufnahme durch die Bevölkerung super, ob es nun die Hilfe bei den Sandsäcken ist, oder einfach nur, wenn man mal irgendwo klingelt, weil jemand mal auf die Toilette muß, sagte er. Und niemand fühlt sich hier durch die hunderten Helfer genervt, die überall durch die Gegend fahren und die Straßen blockieren.
Rechts auf dem Foto sind die Mitglieder der DLRG aus Brakel zu sehen, die hier an der Haberlandbrücke vor allem unterstützend tätig sind, die sogenannte wasserseitige Unterstützung vornehmen. Das kann auch das Heranschaffen von Sandsäcken bedeuten, oder Tauschereinsätze wie in Grünewalde, hier geht es aber vor allem um die Bereitschaft, falls jemand aus dem Wasser gerettet werden muß.

Der inzwischen gelassenere Umgang der Einsatzkräfte vor Ort mit dem Hochwasser kann schon ein Zeichen sein für eine allmähliche Entspannung der Lage. "Wir machen natürlich halbstündlich unsere Kontrollgänge auf dem Deich", sagte Einsatzleiter Müller, "hauptsächlich müssen wir aber hier vor Ort sein, um an Gefahrstellen unverzüglich etwas tun zu können". Den Einsatzkräften, die wie die Feuerwehrleute aus NRW oder die Mitglieder des DLRG bereits seit sechs Tagen in Zwölf-Stunden-Schichten am Deich oder in Schönebecks Überflutungsgebieten ihren Dienst tun, ist diese Ruhe auch nur zu wünschen. Damit aber keine Langeweile aufkommt, tönte es grad aus dem Lautsprecher "15 Uhr Fußballspiel Paderborn gegen Detmold im Elbenauer Waldstadion". Gemeint war natürlich nicht der Elbenauer Sportplatz, sondern ein freies Stück Straße vor der Haberlandbrücke - denn noch müssen die Kameraden vor Ort einsatzbereit sein. Die endgültige Entwarnung ist jedoch noch ein gutes Stück weit entfernt.
Die Kameraden, die seit Freitag früh hier sind und an vielen kritischen Punkten in Schönebeck eingesetzt waren, können morgen wieder zurückfahren. Sie werden dann durch frische Kräfte ersetzt, denn noch müssen an diesem schwierigen Deichabschnitt genügend Kräfte rund um die Uhr vor Ort sein, um ihn notfalls schnell zu sichern.

Was die Sandsackburg als Denkmal angeht: eine sehr schöne Idee. Sicher wird sie irgendwann wie eine alte Burgruine verfallen und verschwunden sein. Aber ein Weilchen sollte sie schon noch stehen und an den Deich erinnern, der in diesem Jahr so viele Sorgen machte. Und mahnen, endlich auch diesen Abschnitt neu zu bauen. Bereits Anfang des Jahres teilte Christian Jung, Flußbereichsleiter vom LHW, mit, daß die Planungen für den linken Umflutdeich in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen und der Bau für 2014/15 vorgesehen ist. Dann wird er so wie der rechte Deich aussehen und stabil genug sein. Das aktuelle Hochwasser kam drei Jahre zu früh.

Quelle:http://elbenau.de/