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22. November. Paderborn Elsen.

Zwölf Personen mussten am Samstagabend ihre Wohnungen im Ortskern des Paderborner Stadtteils Elsen verlassen, nachdem aus unbekannter Ursache ein Brand im rückwärtigen Treppenhaus des Mehrparteienhauses ausgebrochen war.


Paderborn-Elsen. Um 18.23 Uhr alarmierte die Leitstelle des Kreises die Feuerwehr Paderborn nach Notrufen unter dem Stichwort „Zimmerbrand“ die Feuerwehr Paderborn, die umgehend mit beruflichen und ehrenamtlichen Kräften nach Elsen ausrückte, berichtet Einsatzleiter Frank Drewes. Kurz nach der Alarmierung meldete ein weiter Notruf, dass sich noch Personen in einer Wohnung befänden, worauf das Stichwort auf „Zimmerbrand, Menschenleben in Gefahr“ erhöht wurde. Allerdings bestätigte sich die Vermisstenmeldung nicht.

Daraufhin machten sich die beruflichen Kräfte der Feuerwachen Nord und Süd sowie die Ehrenamtlichen der Einheiten Elsen und Sande auf den Weg zur Dionysiusstraße. Der Rettungsdienst war mit einer Paderborner Notärztin und Rettungswagen aus Paderborn und Borchen an der Einsatzstelle. Als die Feuerwehr am Brandort eintraf, warten insgesamt zwölf Bewohner aus sieben Wohneinheiten im Freien.

Die rund 45 Feuerwehrleute löschten unter Atemschutz brennende Gegenstände unter einem Treppenabsatz. Problematisch war, das Treppenhaus zu entrauchen, da ein geeigneter Rauchabzug fehlte. Hier musste die Feuerwehr mehrere Überdruckbelüfter einsetzen. Anschließend wurden die Wohnungen von Einsatzkräften mit Mehrgasmessgeräten überprüft. Auch der Getränkemarkt wurde kontrolliert, ohne dass eine Verrauchung festgestellt wurde. Erst danach konnten die Bewohner wieder in ihre Quartiere zurückkehren. Insgesamt dauerte der Einsatz der Feuerwehr rund 90 Minuten.
Eine Mutter wurde mit ihrem zwei Monate alten Kind zur Kontrolle in die Kinderklinik eingeliefert, um eine Rauchgasvergiftung ausschließen zu können. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden.

Bericht: VdF Ralph Meyer


Bericht: Polizei

Paderborn. Nach dem Brand in einem Mehrfamilienhaus an der Dionysiusstraße in Paderborn-Elsen geht die Polizei von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus. Vorausgegangen war vermutlich ein Streit mit Körperverletzung vor einem ebenfalls in dem Gebäude untergebrachten Getränkemarkt.
Gegen 16.05 Uhr wurde die Polizei erstmalig alarmiert, da es auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt zu einer Körperverletzung gekommen sei. Demnach habe eine 40-jährige Frau eine 42-Jährige angesprochen, da diese sich zwischen den geparkten Autos aufgehalten und Alkohol konsumiert habe. Die alkoholisierte Frau habe der 40-Jährigen daraufhin ins Gesicht geschlagen. Die Geschädigte erstattete Anzeige bei der Polizei und begab sich mit leichten Verletzungen zu weiteren Untersuchungen in ein Paderborner Krankenhaus.

Um 18.25 Uhr meldete dann ein Anwohner des Mehrfamilienhauses eine Rauchentwicklung im Treppenhaus. Die Feuerwehr stellte als Brandort abgestellte Pappkartons fest. Sie konnte das Feuer löschen und zwölf Bewohner aus den Wohnungen ins Freie bringen. Eine Anwohnerin und ein Säugling kamen zur vorsorglichen Untersuchung per Rettungswagen in ein Paderborner Krankenhaus. Die Wohnungen blieben bewohnbar. Der Schaden im Treppenhaus ist vermutlich im niedrigen vierstelligen Bereich. Laut Zeugenberichten sollen sich unmittelbar vor dem Brand drei Jugendliche aus dem Treppenhaus entfernt haben.

Diese werden als etwa 15 bis 17 Jahre alt und Deutsch sprechend beschrieben. Einer der jungen Männer soll blonde, kurze Haare und graue Arbeitsschuhe getragen haben. Die zweite Person sei zwischen 1,80 Meter und 1,85 Meter groß und mit einer auffälligen Weste bekleidet gewesen. Dazu trug er eine Wollmütze sowie einen Hoodie mit Kapuze. Der dritte Jugendliche soll 1,70 Meter groß gewesen sein. Inwieweit die Brandstiftung in Verbindung mit der vorherigen Körperverletzung steht, ist ebenso Stand der laufenden Ermittlungen. Die Polizei bittet Zeugen, die Hinweise zu den Jugendlichen geben können, sich über die Rufnummer (05251) 306-0 zu melden.