Jahreshauptversammlung Feuerwehr Hövelhof. Hövelhof. 415 Einsätze, die die gesamte Palette des Feuerwehralltags widerspiegeln, haben die 101 aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr im vergangenen Jahr gefordert.
Hövelhof. Bei der Jahreshauptversammlung im Schützen- und Bürgerhaus zogen die Blauröcke eine Bilanz eines anstrengen Jahres, das 81 Einsätze mehr als im Jahr 2024 auswies. Neben 56 Brandeinsätzen, so André Kipshagen im Jahresbericht, rückten die Aktiven zu 231 Hilfeleistungseinsätzen aus. Die First Responder, die Notfallhelfer, gingen 47 Mal in den Einsatz, 17 Mal war das Notfallseelsorgeteam an Einsatzstellen gefragt. 48 Mal stand der Vorbeugende Brandschutz bei Brandschutzschulungen und der Brandschutzerziehung im Mittelpunkt. 16 Einsätze führten die Hövelhofer auch über die Ortsgrenzen hinaus in die Nachbarkommunen, in der Regel mit der Erkundungsdrohne.
Insgesamt gehören der Feuerwehr unter der Leitung von Sebastian Lienen, der aktuell für eine weitere sechsjährige Amtszeit bestellt wurde, 159 Mitglieder an, darunter 29 Frauen. Zur 14-köpfigen Unterstützungsabteilung zählen 14 Personen, darunter drei Ärzte und sieben Notfallseelsorger. Die Jugendfeuerwehr ist mit 20 Mitglieder komplett ausgebucht, und es wird, wie immer, eine Warteliste geführt. Die Ehrenabteilung zählt 24 Mitglieder. Das Durchschnittsalter der Aktiven liegt bei 40 Jahren.
154 Mal wurde die Feuerwehr über Meldeempfänger alarmiert. 130 Mal wurde nur eine Gruppe gerufen, bei 24 Einsätzen rückte die gesamte Wehr aus. In 99 Fällen hieß das Stichwort „Menschenleben in Gefahr“. In 19 Fällen arbeitete der Bauhof Kleineinsätze in eigener Regie ab. 30 Mal unterstützte die Wehr den Rettungsdienst. In 13 Fällen befreiten Feuerwehrleute Personen hinter verschlossener Tür, und 20 Mal lösten Brandmeldeanlage einen Einsatz aus - erneut ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr.
Zu den großen Einsätzen gehörten ein Dachstuhlbrand in der Neuen Riege am Neujahrstag, zwei Wohnhausbrände an der Staumühler Straße und der Detmolder Straße sowie ein Industriebrand bei der Firma Formaplan. In sieben Fällen rettete die Feuerwehr eingeklemmte Personen nach Alarmierungen über das automatische eCall-Notrufsystem. Allein 111 Einsatzstellen bescherte ein Unwetterereignis im Juni.
Höhepunkt des Jahres war die Einweihung des neuen 9,3 Millionen Euro teuren Gerätehauses am alten Standort im Herzen der Sennegemeinde. Am 6. November hielten die Fahrzeuge dort Einzug. Neu im Fuhrpark sind seit dem vergangenen Jahr ein Gerätewagen Logistik, der auch der Einsatzstellenhygiene dient, ein Kleineinsatzfahrzeug, das von Bauhofmitarbeitern tagsüber genutzt wird. Die Neubeschaffung eines Rüstwagens wird wegen der klammen Haushaltslage auf die kommenden Jahre verschoben.
Landrat Christoph Rüther dankte allen Einsatzkräften für deren Engagement. Wörtlich sagte er: „Hövelhof, da ist Energie drin“. Kreisbrandmeister Stephan Reckhaus, zugleich Vorsitzender im Verband der Feuerwehren (VdF) auf Kreisebene, betonte, eine gut funktionierende Feuerwehr sei weder ein Selbstläufer noch ein Automatismus. Erst Teamgeist fördere Sicherheit und Zusammenhalt in allen Kreiskommunen.
Eine Premiere erlebte das Hövelhofer Feuerwehrlied. Noten und Text hatten Michel Kesselmeier und Uwe Schiermeyer beim Abriss des alten Gerätehauses in einer Zeitkapsel entdeckt, die im Grundstein verborgen war. Inzwischen wurden die Noten für ein Orchester arrangiert und erstmals vom Blasorchester Hövelhof aufgeführt.
Ernannt wurden André Kipshagen zum Gemeindejugendfeuerwehrwart, der Leon Göke ablöst, und Marcel Arp zum Gerätewart. Miriam Frömming rückt in das Team der Notfallseelsorge nach. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Manuela Meuselwitz-Hesse, Dr. Georg Schneider, Marcel Hagel, Tim Kesselmeier, Marco Berens, Kai Schiermeyer, Christian Ramsel, Patrick Falkenrich, Florian Vonderheide, Marcel Renneke und Florian Apelmeier mit Feuerwehrenehrenzeichen des Landes in Silber ausgezeichnet.
Das Ehrenzeichen in Gold für 35-jährige Treue erhielt René Hentschel, und Helmut Schiermeyer wurde mit der Sonderauszeichnung in Gold des Verbandes der Feuerwehr (VdF) für fünf Jahrzehnte in der Feuerwehr geehrt. Alle Geehrten spendeten gemeinsam 300 Euro für die Arbeit der Jugendfeuerwehr.Befördert wurden zur Feuerwehrfrau/zum Feuerwehrmann: Emma Hentschel, Marlon Voß, Benjamin Walkenbach und Johannes Hils; zum Oberfeuerwehrmann: Florian Wiethoff und Tarik Colak; zum Hauptfeuerwehrmann: Patrick Desel; zum Unterbrandmeister: Daniel Wördemann; zum Oberbrandmeister: André Kipshagen, zum Hauptbrandmeister: Kevin Wiethoff und zum Gemeindebrandinspektor: Dietmar Röring.
Text und Fotos: Ralph Meyer