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11. April. Paderborn Sennelager.

Durch Reizgas-Einwirkung wurden am Samstagnachmittag zwei Reisende in einem Zug der NordWestBahn auf der Fahrt von Paderborn in Richtung Bielefeld verletzt. Nach notärztlicher Behandlung wurde eine Frau mit einem Rettungswagen in ein Paderborner Krankenhaus eingeliefert.

 

Paderborn-Sennelager. Um 16.47 Uhr alarmierte die Leitstelle des Kreises die Feuerwehr Paderborn unter dem Stichwort „ABC2, Gasausstörmung gesichert, Reizgasaustritt im Zug“ zur Bahnstrecke der Senne Bahn in Sennelager. Dort hatte der Triebfahrzeugführer nach Meldungen des Zugpersonals und der 105 Reisenden den Zug auf freier Strecke in der Nähe des Bahnübergangs an der Pater-Ewald-Straße angehalten und alle Türen geöffnet. Zu diesem Zeitpunkt war auch die Fahrerkabine betroffen.

Die Paderborner Feuerwehr rückte aufgrund der unklaren Lage gleich mit „größerem Besteck“ aus. Neben den beruflichen Kräften der Feuer- und Rettungswachen und Nord und Süd und dem Abrollbehälter Gefahrgut rückten auch die Ehrenamtlichen der Einheiten Schloß Neuhaus und Sande zu dem stehenden Zug aus. Insgesamt waren rund 35 Feuerwehrleute alarmiert worden. Der Rettungsdienst war mit einem Rettungswagen der Rettungswache Schloß Neuhaus und einer Notärztin aus Hövelhof im Einsatz, berichtet Einsatzleiter Markus Norbel.

Auch der Notfallmanager der Deutschen Bahn war zum haltenden Zug ausgerückt. Im Zug klagten mehrere Reisende über eine Reizung der Atemwege. Feuerwehrleute sprachen von einem „muffigen, erdigen Geruch“, der sich vor allem im hinteren Teil des Triebzuges ausgebreitet hatte. Eine Schadstofffreisetzung wurde messtechnisch nicht nachgewiesen. Wegen der natürlichen Querlüftung im Zug wurde wurde auch keine maschinelle Belüftung vorgenommen. Nach einer etwa 50-minütigen Zwangspause an der Pater-Ewald-Straße setzte der Zug zunächst seine Fahrt in Richtung Hövelhof fort.

Die Feuerwehrleute kümmerten sich um die betroffenen Reisenden. Unklar ist, ob Reizgas im Zuge versprüht wurde oder ob es am letzten Halt - im Bahnhof Sennelager - von außen durch die geöffneten Türen in den Zug gesprüht wurde. Die Bundespolizei nahm noch an der Einsatzstelle ihre Ermittlungen au. Auch die Landespolizei war zur Einsatzstelle gefahren.

Text und Foto: Ralph Meyer