Ein Großbrand hat in der Nacht zu Freitag den Dachstuhl eines Wohn- und Geschäftshauses in der Salzkottener Innenstadt zerstört. Bis zu 85 Feuerwehrleute aus Salzkotten, Borchen und Hövelhof waren bis in die frühen Morgenstunden des Freitags mit Löscharbeiten beschäftigt. Personen kamen nicht zu Schaden. Der Sachschaden wird mindestens auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt.
Salzkotten. Um 22.42 Uhr alarmierte die Leitstelle des Kreises unter dem Stichwort „Dachstuhlbrand“ die Feuerwehr Salzkotten, die umgehend mit den Einheiten Salzkotten, Verne und Upsprunge zur Straße „Auf den Küten“ ausrückte. In der engen Bebauung zwischen der Langen Straße und dem Salzkottener Marktplatz brannte zunächst ein großer Balkon im Bereich des nördlichen Giebels, der an die Rückseite der Stadtbibliothek grenzt.
Von der Marktstraße aus bekämpften die alarmierten Einheiten das Feuer über mehrere Angriffstrupps und die Drehleiter. Da sich das Feuer rasend schnell über den gesamten Dachstuhl ausbreitete, wurden nach Stichworterhöhung auch die Einheiten Niederntudorf, Oberntudorf und Thüle zu dem Brand alarmiert. Die Einheiten Scharnede und Verlar stellten den Grundschutz für das Stadtgebiet sicher. Da sich die Flammen auch auf der westlichen Seite des etwa 15 mal 11 Meter großen Gebäudes, in dessen Erdgeschoss ein Naturkostladen untergebracht ist, durch die Dachhaut fraßen, versuchten weitere Trupps, den Flammen von der Lohne zwischen Langer Straße und der Straße Auf den Küten Einhalt zu gebieten.
Feuerwehr und Polizei evakuierten das östlich angrenzende Gebäude, das im Erdgeschoss eine Trattoria beherbergt. Aufgrund der beengten Verhältnisse in der Lohne ließ Einsatzleiter Christoph Schlünz, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Salzkotten, auch die Feuerwehr Borchen alarmieren. Aus dem Korb der Borchener Drehleiter wurde die Dachhaut im südlichen Giebelbereich geöffnet und Dachfenster eingeschlagen, damit der Brandrauch abziehen konnte. Ebenfalls unterstützend wurde auch die Feuerwehr Hövelhof tätig. Die Drohneneineinheit aus der Sennegemeinde kontrollierte den Dachstuhl mit der Aufklärungsdrohne. Der Abrollbehälter Atemschutz sorgte für den nötigen Nachschub an Atemschutzgeräten.
Gegen 23.35 war das Feuer unter Kontrolle. Allerdings flammten in dem mehrere Zentimeter tiefen Brandschutt auf dem Dachboden immer wieder Glutnester auf, die gezielt durch weitere Trupps unter Atemschutz abgelöscht wurden. Die Suche nach den Glutnestern gestaltete sich als sehr zeitaufwendig. Auch der Dachbereich des östlich angrenzenden Wohn- und Geschäftshauses wurde von der Feuerwehr während der Löscharbeiten durchgehend kontrolliert.
Erst gegen 6.30 Uhr am Freitag verließen die letzten Salzkottener Kräfte die Einsatzstelle im Herzen der Innenstadt.Die Polizei nahm noch in der Nacht ihre Ermittlungen zur Brandursache auf. Im Laufe des Freiragvormittags wollen die Brandermittler der Kriminalpolizei die Brandstelle in Augenschein nehmen. Inwieweit die Wohnungen im Obergeschoss des Brandobjekts und das Ladengeschäft im Erdgeschoss durch das Feuer und die Löscharbeiten in Mitleidenschaft gezogen wurden, steht noch nicht fest.
Text und Fotos: Ralph Meyer