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10. Juni. Bad Lippspringe.

Bilanz des Starkregen- und Sturmwochenendes vom 29. bis 31. Mai in der Ratssitzung vom 8. Juni 2026.

Bad Lippspringe. Das Sturm- und Starkregenwochenende vom 29. bis 31. Mai hat in Bad Lippspringe Spuren hinterlassen. Von 60 abgeknickten Bäumen wisse der Bauhof, bilanziert Bürgermeister Ulrich Lange (CDU) in der Sitzung des Stadtrats. Die Politiker erhalten an diesem Abend aber noch weitere Infos aus erster Hand. Die Vize-Wehrführer Christian Hoffbauer und Jörg Claes berichten über drei denkwürdige Tage in der Geschichte der Blauröcke der Badestadt.

„Ein solch geballtes Aufkommen mit 48 Einsätzen hatten wir in den vergangenen 30 Jahren nicht, es kam sehr geballt“, sagt Hoffbauer im Ratssaal. Am Freitag waren es zunächst sechs Einsätze aufgrund des Sturms, am Sonntag kamen tagsüber erst zwölf wegen Sturms und Regen hinzu und am Sonntagabend sorgte der Starkregen ab 20 Uhr für weitere 28 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 verbuchte die Wehr insgesamt 169 Einsätze.

Wichtigste Erkenntnis für den Rat und die Feuerwehr selbst: Mit dieser Ausnahmesituation hat das neue Feuerwehrgerätehaus seine Feuertaufe als leistungsfähiges Zentrum der Wehr bestanden. „Wir haben dort eine örtliche Einsatzleitung einberufen und es hat bestens funktioniert“, sagt Hoffbauer. Rund 85 Liter Niederschlag seien am Sonntag gemessen worden, sagt Claes zur NW. Dies sei eine Menge, die ein Kanalnetz nicht problemlos verarbeiten könne, doch es habe sich gezeigt, dass das Lippspringer Netz nicht außergewöhnlich überlastet gewesen sei.

Sorgen macht den Feuerwehrleuten vielmehr die Anspruchshaltung und Hilflosigkeit mancher Hausbewohner. „Es gab eine zweistellige Zahl an Einsatzfahrten in diesen Tagen, die wir uns hätten sparen können, denn einige Eigentümer hätten ihre geringen Wassermengen auch mit einem Aufnehmer und einem Wassereimer selbst beseitigen können“, erinnert sich Hoffbauer. Sein Ratschlag: „Wir müssen mehr für die Selbstbefähigung der Menschen tun, damit sie nicht beim kleinsten Zwischenfall überfordert und Feuerwehrkräfte unnötig gebunden sind.“

Großen Dank für ihren Einsatz nahmen die Feuerwehrleute von den Politikern im Stadtrat entgegen, auch das Team des Bauhofs habe großartig gearbeitet, betonten Parteienvertreter.

Intern läuft nun die Aufarbeitung des Einsatzgeschehens und der Abläufe des besonderen Wochenendes. Dazu gehört laut Hoffbauer, dass das Abwasserwerk eine Übersicht der Einsatzstellen erhalten soll, um eventuelle Kanal-Schwachstellen ausmerzen zu können. Dramatische Auffälligkeiten habe es jedoch nicht gegeben.

Gearbeitet werde aber für künftige Einsätze noch an Detailabstimmungen mit dem Bauhof. So habe sich der eine oder andere schnelle Zugriff auf dessen Gerätschaften durch die Feuerwehr verzögert, weil Telefonnummern nicht sofort zur Hand waren. „Das werden wir aber zügig lösen“, verspricht Hoffbauer.

Damit die Wehr für alle Lagen gerüstet bleibt, steht Donnerstag beim Dienstabend am Gerätehaus eine Übung mit Löschschaum an, wie Claes und Hoffbauer verraten. Gemeinsam werde danach das WM-Eröffnungsspiel verfolgt – und als Dank der Stadt für die herausfordernden Einsatztage will der Bürgermeister Bratwurst und Kaltgetränke mitbringen

Text und Foto: Jens Reddeker/NW