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15. September. Paderborn.

Bei einem Speditionsunternehmen an der Pamplonastraße in Paderborn hat sich am Dienstagmorgen im Terminal 2 eine Havarie ereignet. Bei Verladearbeiten kippte nach ersten Informationen durch die Polizei ein Fass mit rund 30 Liter eines säurehaltiger Stoffes um.

Paderborn. Dabei liefen einige Liter der stark ätzend wirkenden Flüssigkeit auf dem Hallenboden. Nach ersten Informationen von der Einsatzstelle erlitten dadurch neun Personen Atemwegsreizungen und wurden zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert. Insgesamt sichtete der Rettungsdienst der Feuerwehr Paderborn mit zwei Notärzten 15 Mitarbeitende.

Seit 6.01 Uhr ist die Feuerwehr Paderborn mit starken Kräften im Bereich des Terminals 2 auf dem Betriebsgelände im Einsatz, um den Stoff zu bergen und Verletzte zu versorgen. Unmittelbar nach der Havarie wurde der Gefahrenbereich durch das Unternehmen rasch geräumt. Mitarbeitende sammelten sich im Bereich der Zufahrt.

Feuerwehr-Einsatzleiter Mirco Westbomke sprach einem etwa fünf Quadratmeter großen Bereich, der durch den ausgetretenen Stoff belastet war. Mit blauen Chemieschutzanzügen erkundeten die Feuerwehrleute die betroffenen Bereiche. An der Pamplonastraße standen zahlreiche Fahrzeuge des Rettungsdienstes in Bereitschaft. Insgesamt wurden 15 Mitarbeitende medizinisch durch zwei Notärzte gesichtet, neun Betriebsangehörige wurden zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert.

Da sich die Zahl der Zahl der Verletzten im Laufe des Einsatzes ständig erhöhte, wurde um 7.53 Uhr das Einsatzstichwort auf „MANV10“ erhöht - das bedeutet Massenanfall an Verletzten mit bis zu zehn Betroffenen. Nach Abschluss der Sichtung wurde diese Maßnahme allerdings wieder zurückgenommen. Auch der Leitende Notarzt des Kreises brauchte nicht mehr ausrücken. Im Einsatz waren sieben Rettungswagen der Feuerwehr Paderborn, des Rettungsdienstes im Kreis und des Deutschen Roten Kreuzes.

Mit einem Spezialbindemittel wurde der ausgetretene Stoff im Laufe des Einsatzes gebunden und anschließend fachgerecht zum Abtransport vorbereitet. Anschließend wurde die Einsatzstelle gründlich gereinigt. Die Luft im gesamten Terminalbereich kontinuierlich geprüft und überwacht.

In dem rund vierstündigen Einsatz waren neben den beruflichen Kräften der Feuer- und Rettungswache Süd und der Feuerwehrschule auch die Ehrenamtlichen der Einheiten Wewer, Stadtheide und Marienloh. Die Einheit Stadtmitte besetzte die verwaiste Wache Süd. Neben vier Löschfahrzeugen waren auch ein Kleineinsatzfahrzeug sowie drei Wechsellader mit den Abrollbehältern Gefahrgut, Atemschutz und Dekontamination im Einsatz auf dem Betriebsgelände. Zu Spitzenzeiten hielten sich dort etwa 50 Feuerwehrleute auf.

Zeitweise kam es rund um die Einsatzstelle zu Verkehrsbehinderungen, da zahlreiche Lkw und Sattelzüge, die nicht mehr auf das Firmengelände fahren konnten, die Pamplonastraße blockierten. Dadurch kam es auch auf der Borchener Straße zu Behinderungen. Die weiteren Ermittlungen zum Hergang der Havarie übernimmt das Amt für Arbeitsschutz.

Text und Fotos: Ralph Meyer