Auf der Jahreshauptversammlung Anfang Januar ließ der Löschzug Haaren das vergangene Jahr Revue passieren.
Haaren. Benedikt Kappius, Daniel Blume und Björn Salmen konnten von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen werden. Aufgrund des Ausscheidens von Marcel Feckler als Jugendwart, sowie Gerrit Klute als stellvertretender Jugendwart, fanden auch Anhörungen im Bereich der Jugendfeuerwehr-Wartestatt. Aus der Versammlung wurde Wiona Woeste für die Position der Jugendwartin vorgeschlagen. Bisher bekleidete sie das Amt der Stellvertreterin. Außerdem konnten mit Julian Jung und Laura Wuttke zwei neue stellvertretende Jugendwarte gefunden werden. Alle drei können somit auf der Stadtgeneralversammlung formell ernannt werden. Des Weiteren übernahm Daniel Blume die Aufgabe des Getränkewarts von Tim Wischer.
Mit 128 Einsätzen im Jahr 2025, verzeichnete der LZ Haaren in Bezug auf die Einsatzzahlen das viert-arbeitsintensivste Jahr seiner Geschichte. Die geleisteten Einsatzstunden sanken im Vergleich zum Rekordjahr 2024 um ca. 400. Besonders erwähnenswert, war im vergangenen Jahr die Kalenderwoche 15. Hier mussten 4 Einsätze abgearbeitet werden, wovon drei es besonders in sich hatten.
Diese werden im folg. beschrieben. Zum Brand einer Garage wurden die Einsatzkräfte des LZ Haaren am Abend des 07. April in die Straße Fiegenburg alarmiert. Bei Eintreffen wurde eine halb geöffnete Garage in Vollbrand stehend mit starker und weithin sichtbarer Rauchentwicklung vorgefunden. Die Flammen griffen bereits auf den angrenzenden Eingangsbereich des Wohnhauses über. Unter schwerem Atemschutz wurde umgehend die Brandbekämpfung eingeleitet. Parallel wurde das angrenzende Wohnhaus mit einer Riegelstellung gekühlt, um ein Überschlag des Feuers zu verhindern. 4 C-Rohre und drei Trupps unter Atemschutz wurden benötigt, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Das Wohnhaus und der Keller wurden umfangreich belüftet. Außerdem wurden die Räumlichkeiten mit der Wärmebildkamera und dem Mehrgasmessgerät kontrolliert. Teilweise wurde das Löschwasser abgepumpt, da sich dieses in den Kellerräumen unter der Garage ausbreitete. Drei Personen wurde mit dem Verdacht einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus transportiert. Nach ca. 2 Stunden konnte der Einsatz beendet werden.
4 Tage später, am Freitag, den 11. April wurde der LZ Haaren mit dem ELW und dem GW unter dem Stichwort Verkehrsunfall 1 Person klemmt auf die Eilerner Straße zwischen Fürstenberg und Friedrichsgrund alarmiert. Etwa 300 Meter vor dem Abzweig zur Siedlung Eilern waren an einer Kreuzung mit einem Wirtschaftsweg ein PKW vom Typ Audi Q5 mit einem Pferdeanhänger-Gespann, dass von einem Mercedes Benz T-Modell gezogen wurde, kollidiert. Der Mercedes war vor einen Straßenbaum geprallt. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte waren bereits alle Fahrzeuginsassen außerhalb der Fahrzeuge und niemand eingeklemmt, wie anfangs gemeldet. Zwei Personen waren jedoch verletzt worden. Sie wurden notärztlich erstversorgt und ins Krankenhaus transportiert. Im Pferdeanhänger, der beim Unfall nach links umgestürzt war, befand sich noch ein Pferd. In Zusammenarbeit mit Veterinären des Kreisveterinäramtes wurde das Pferd aus dem Anhänger befreit. Dazu wurde der Anhänger, sowie der ziehende Mercedes mit den pneumatischer Hebekissen des GW angehoben. Parallel wurden die Fahrzeuge mittels Rundschlingen, Spanngurten und Ketten gesichert. Nachdem das Pferd den Anhänger verlassen konnte, wurde dieser mit der Seilwinde wieder aufgerichtet und von der Straße geschoben. Die vorsorglich alarmierten Einsatzkräfte der Feuerwehr Paderborn mit einem Tierhebegeschirr konnten den Einsatz noch auf der Anfahrt abbrechen. Nach circa 2 Stunden war der Einsatz gegen 19:20 Uhr beendet.
Keine 5 Stunden später, am 12. April, kam es um kurz nach Mitternacht zu einem schweren Verkehrsunfall auf der L636 (Fürstenberger Straße). Ein PKW vom Typ VW Caddy, prallte kurz vor der Kreuzung Hirschweg in einer leichten Linkskurve, rechts vor einen Straßenbaum und schleuderte daraufhin wieder zurück auf die Fahrbahn. Durch den Aufprall wurde der Wagen an der Front sehr stark deformiert. Die beiden Fahrzeuginsassen (Fahrer und Beifahrer) wurden durch den Aufprall massiv im Bein- und Unterkörperbereich im Wrack eingeklemmt. Der LZ Haaren setzte in Absprache mit dem Rettungsdienst hydraulisches Rettungsgerät (Schere, Spreizer und Zylinder) ein und befreite die Insassen über die Fahrer- und Beifahrertür aus dem Fahrzeug. Die Befreiung des Fahrers gelang zeitnah, die Beifahrerin hingegen, konnte erst nach ca. 35 Minuten intensiver Arbeit aus der stark deformierten Karosserie an den Rettungsdienst übergeben werden. Die Insassen, welche Anfangs als lebensgefährlich verletzt eingestuft worden sind, wurden notärztlich erstversorgt und mit zwei Rettungshubschraubern in Krankenhäuser nach Kassel und Dortmund transportiert. Des Weiteren unterstützte die Feuerwehr Haaren den Rettungsdienst, sicherte die Einsatzstelle und leuchtete diese, sowie die Landestellen der Hubschrauber aus. Außerdem wurde der Brandschutz sichergestellt und auslaufende Betriebsstoffe aufgenommen. Gegen 2 Uhr war der Einsatz beendet.
Diese Woche hat eindrucksvoll gezeigt, wie unberechenbar das Einsatzaufkommen innerhalb kürzester Zeit sein kann. Bei den Einsätzen am 11. und 12. April, kam innerhalb von wenigen Stunden das komplette technische Equipment von Seilwinde, hydraulischen Rettungsgeräten und pneumatischen Rettungsgeräten zum Einsatz.
Ein spektakulärer Einsatz ereignete sich am 01.08. gegen 1 Uhr in der Früh. Mit dem HLF und GW wurde der LZ Haaren auf die A44 in Richtung Dortmund zur Verkehrsabsicherung des Rettungsdienstes alarmiert. An der Einsatzstelle angekommen, wurde ein verunfallter PKW in der Autobahnböschung, ca. 30m von der Fahrbahnkante entfernt vorgefunden. Das Fahrzeug hatte vorher den Grünstreifen des Sichtdreiecks durchfahren und hob beim Übergang auf den Beschleunigungsstreifen der AS Lichtenau in Fahrtrichtung Dortmund ab und flog von der Autobahn über die Leitplanke hinweg in die dahinterliegende stark zugewachsene Böschung. Ein Rettungswagen aus dem Hochsauerlandkreis und das HLF der Löschgruppe Meerhof waren bereits vor Ort. Der alleinige Insasse des PKW war bereits aus dem Fahrzeug und wurde vom Rettungsdienst versorgt. Es erfolgte umgehend die Ausleuchtung und Absicherung der Einsatzstelle. Mittels Kettensägen, wurde eine ca. 2,5m breite und 15m lange Schneise in die Autobahnböschung geschnitten. Durch diese wurde der PKW mit der Seilwinde des GW bis an die Leitplanke gezogen und durch den Abschleppdienst aufgeladen. Die Einsatzmaßnahmen dauerten knappe 2 Stunden.
Ein weiterer schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am 05. Dezember um 21:18 Uhr auf der L754 zwischen der Unterführung der A44 und dem Ortseingang Helmern. In einer leichten Rechtskurve, kam aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit ein PKW vom Typ 1er BMW nach links von der Fahrbahn ab, streifte nach wenigen Metern einen Baum und prallte dann frontal gegen einen weiteren Baum. Durch den Aufprall löste das eCall-System automatisch einen Notruf aus. Aufgrund der Aufprallenergie wurde der Baum komplett entwurzelt. Der Motor,das Getriebe und beide Vorderräder wurden abgerissen und blieben mit der Fahrgastzelle etwa vier Meter unterhalb der Fahrbahn auf einer Grünfläche liegen. Beide Insassen (Fahrer und Beifahrer) waren im Wrack massiv eingeklemmt. Zur Befreiung der schwer verletzten Personen setzte die Feuerwehr Haaren hydraulisches Gerät ein. Um den Höhenunterschied zwischen Fahrbahn und Grünfläche zu entschärfen, wurden Steckleiter-Teile an der Böschung positioniert. Anschließend konnten beide Personen an den Rettungsdienst übergeben. Aufgrund der Schwere der Verletzungen, wurden die Patienten mit zwei Rettungshubschraubern in Krankenhäuser geflogen. Für die Unfallaufnahme durch das Verkehrsunfall-Team der Polizei, leuchtete die Feuerwehr Haaren noch die Einsatzstelle aus. Die letzten Feuerwehrkräfte verließen gegen 02:45 Uhr den Einsatzort.
Im Vergleich zum Vorjahr, stieg die Anzahl der Meldungen „Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person“ erneut weiter an. Insgesamt 20-mal wurde der Löschzug Haaren mit diesem Stichwort alarmiert. Bei ca. 18% der Einsätze, rückte die Wehr zur Verkehrsabsicherung bzw. Unterstützung des Rettungsdienstes aus. Außerdem war die Feuerwehr Haaren im vergangenen Jahr bei drei Alarmübungen beteiligt. Die Anzahl der Brandeinsätze ist im Vergleich zum Vorjahr um 12 auf 38 Einsätze gesunken. Dem gegenüber steht ein nur minimal gesunkener Wert von 90 Alarmierungen zur technischen Hilfeleistung.
Der Löschzug Haaren veranstaltete am Nachmittag des 3. Advents wieder seinen zur Tradition gewordenen Weihnachtsumtrunk für die Kamerad/-innen und deren Familien im Gerätehaus. Hinzukommend beteiligte sich die Feuerwehr erstmalig mal an den "Haarener Adventsfenstern". Ein weihnachtlich geschmücktes Tor der Fahrzeughalle wurde in der Adventszeit seit dem 14. Dezember beleuchtet. Am frühen Abend des 3. Advents konnten so noch zahlreiche Haarener Bürger und Bürgerinnen im Rahmen des 14. Adventsfensters im Feuerwehrgerätehaus begrüßt werden. Gemeinsam wurde ein schöner Tag in der gut besuchten Fahrzeughalle verbracht.
Im Rahmen des Adventsfensters, kam eine beachtliche Spendensumme von ca. 300€ zusammen. Diese wurde dann noch vom Löschzug Haaren auf 400€ aufgerundet.Der Betrag wurde kürzlich an die Paderborner Klinikclowns übergeben. Die Arbeit der Klinikclowns hilftnachweisbar direkt den Patienten für ihr Wohlbefinden und in ihrem Heilungsprozess und indirekt erleichtertes dem Pflegepersonal die Arbeit, da es mit weniger Angst und mehr Leichtigkeit umgehen kann.
Gruppenfoto v.l.n.r.:
Löschzugführer Jörg Stratmann, Benedikt Kappius, ausgeschiedener Jugendwart Marcel Feckler, Björn Salmen, neue Jugendwartin Wiona Woeste, ausgeschiedener Getränkewart Tim Wischer, neuer Getränkewart Daniel Blume, stellvertretender Löschzugführer Robin Henke
Bericht. Freiw. Feuerwehr Stadt Bad Wünnenberg, Christoph Hesse.