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28. März. Delbrück Lippling.

Mit einem satten Plus von 104 Einsätzen war 2025 für die Feuerwehr Delbrück ein sehr forderndes Jahr. Insgesamt rückten die 390 aktiven Feuerwehrleute aus den sechs Löschzügen der Stadt und den Sondereinheiten zu insgesamt 599 Einsätzen aus. Das erklärte Vize-Schriftführer Ulrich Hagenbrock bei der Vorstellung des Jahresberichtes in der Jahreshauptversammlung des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Delbrück, die am Samstagabend in der Lippplinger Halle stattfand.

 

Delbrück-Lippling. Neben den Aktiven zählt die Delbrücker Wehr 92 Jugendfeuerwehrleute, 8 Angehörige in der Unterstützungsabteilung, 66 Musikerinnen und Musiker im Musikzug, der auch die Versammlung musikalisch umrahmte, und 68 Mitglieder der Ehrenabteilung. Neun Angehörige der Feuerwehr sind vom aktiven Dienst befreit, so dass die Gesamtwehr 643 Köpfe zählt.

Die Delbrücker Feuerwehr rückte im vergangenen Jahr zu 153 Brandeinsätzen und 252 Hilfeleistungen aus. In 86 Fällen wurden die Notfallhelfer angefordert. 87 Mal waren Brandmeldeanlagen oder piepende Rauchmelder die Alarmierungsgründe. Um für die Vielzahl der Einsätze fit zu sein, absolvierten die Feuerwehrleute zusätzlich noch eine Vielzahl an Lehrgängen auf Stadt-, Kreis- und Landesebene.

Bei den Wahlen zum Vorstand des Stadtverbandes, die Vize-Wehrführer Jörg Rodehutskors leitete, wurden Ralf Fischer als Vorsitzender und Ulrich Hagenbrock als Vize-Schriftführer einstimmig wiedergewählt. Für individuelle Verdienste um die Feuerwehren im Delbrücker Land wurden zwei Feuerwehrfrauen und vier Feuerwehrmänner mit bronzenen Verdienstnadeln des Verbandes ausgezeichnet. Neue Träger sind: Sabrina Bolte (Löschzug Ostenland), Silvia Koch (Musikzug Lippling), Christian Börnemeier (Löschzug Westenholz), Patrick Brockmeier (Löschzug Bentfeld), Niklas Schuszter (Löschzug Boke) und Christian Austenfeld (Löschzug Lippling).

Heinz Noje, Leiter der Feuerwehr, wies in seiner Ansprache auf das dicke Einsatzplus hin. „Allein die Zahl von 252 Hilfeleistungen macht deutlich, wie anspruchsvoll unser Job ist“, sagte er bei seiner Ansprache. Eine stetige Mitgliedergewinnung sei trotz eines breit aufgestellten Fundaments unverzichtbar, so Noje, der die Jugendfeuerwehr „als die Zukunft unserer Feuerwehr bezeichnete“. Notwendig sei es auch, noch weitere Feuerwehrgerätehäuser auf einen aktuellen Stand zu bringen. Wörtlich sagte er: „Investitionen in die Feuerwehr sind Investitionen in die Sicherheit der Bürger“.

Landrat Christoph Rüther ist beindruckt, dass Delbrück trotz seiner inzwischen 33.000 Einwohner noch immer mit einer rein ehrenamtlichen Feuerwehr klar kommt. Die Jugendfeuerwehr sei für den Fortbestand der Feuerwehr unverzichtbar, sagte der Landrat. Sie helfe auch vielen Jugendlichen Struktur und Sinn im Leben zu finden.

Bürgermeister Johannes Lindhauer wies auf die angespannte Haushaltslage hin. Zwar sei finanzielle Vernunft das Gebot der Stunde, doch eine leistungsfähige Feuerwehr erfordere auch richtige Investitionen. Da sich der Bürgermeister auch des öfteren direkt an Einsatzstellen über die Arbeit der Feuerwehr informiert, stattete ihn die Wehrführung mit einer personalisierten Einsatzjacke aus.

Bernd Lüke, stellvertretender Kreisbrandmeister, beklagte nachlassende Selbsthilfehilfefähigkeiten in der Bevölkerung bei gleichzeitig steigenden Erwartungen an die schnelle Hilfe von außen. Angesichts wachsender Bedrohungslagen stuft er die Bevölkerung im Kreis allenfalls als bedingt krisensicher ein. Das Sparen an der Feuerwehr, einem Ankerpunkt im Katastrophenschutz, sieht Lüke als Gefahr, denn die Anforderungen und Herausforderungen nähmen kontinuierlich weiter zu.

Text und Fotos: Ralph Meyer