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2. Juli. Kreis Paderborn

Finale im Pokerspiel um den Neubau des Feuerwehrcampus.

Kreis Paderborn. Es wird spannend: Nur, weil das einst favorisierte Grundstück für den Bau eines Feuerwehrcampus für Kreis und Stadt Paderborn wieder zu bekommen ist  wird nicht automatisch auch dort gebaut werden. In der Sitzung des Kreis- und Finanzausschusses hat der bei der Kreisverwaltung zuständige Dezernent André Brandt betont, dass sich der Kreis auch „in intensiven Gesprächen“ über ein anderes Grundstücke befinde.
Beim einstigen Wunschareal handelt es sich um eine Fläche an Paderborns Barkhauser Straße nahe der B64. Dort sollte die neue Kreisfeuerwehrzentrale samt Rettungsdienstleitstelle, Räumlichkeiten für das Kreis-Amt für Bevölkerungsschutz und des Aus- und Fortbildungszentrums gebaut werden. Das Problem: Das Grundstück gehörte nicht in vollem Umfang der Stadt Paderborn, auch zwei Privateigentümer mussten in die Kaufabsicht einbezogen werden. Nach einer vor Gericht gefundenen gütlichen Einigung beschritten sie jedoch weiter den Klageweg – zogen diese Klage im Juni aber überraschend zurück. Das Tischtuch schien zerschnitten und die Kreisverwaltung ging zügig auf die Suche nach Alternativen.

Kreisverwaltung vom Handeln der Grundstücksbesitzer „überrascht“

Diese will Brandt nun offenbar auch nicht vorschnell aufgeben. Um welches Grundstück es sich handelt, darüber schweigt sich der Dezernent aus. Sein Signal an die wankelmütigen Besitzer des Wunschgrundstücks ist jedoch eindeutig: „In einem solchen Verfahren – wie jetzt mit den Besitzern des zweiten Grundstücks – springt man nicht so einfach von der schnell fahrenden Lok. Wir gehen davon aus, dass diese zweite Option auch tragfähig ist.“

Die plötzlich zurückgekehrte Option auf das Ursprungsareal an der Barkhauser Straße habe die Kreisverwaltung „sehr überrascht“. Ob es aktuelle Gespräche mit dessen Besitzern gab, wird nicht deutlich. Brandt sagt: „Mir ist nicht bekannt, warum die Kläger ihre Klage zurückgezogen haben.“ Diese Äußerung spricht nicht gerade dafür, dass sich das Verhältnis zwischen Grundstückseigentümern und Kreisverwaltung wieder komplett normalisiert hat.

Doch Brandt weiß, dass das Verfahren vorangehen muss und eröffnet einen Zeithorizont: „Ich denke, dass wir etwa in einem Monat klarer sehen.“ Der Poker ist offenbar in vollem Gange – und die Kreisverwaltung hält dabei nun plötzlich wieder ein gutes Blatt in Händen.

Text und Foto: Jens Reddeker/NW.