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5. Oktober. Paderborn.

Mehr als 40 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sind am Montag an der Realschule in der Südstadt in Paderborn nach einer mutmaßlichen Reizstoffattacke vom Rettungsdienst behandelt worden. Das bestätigten die Einsatzleiter von Feuerwehr und Polizei gegenüber den Medien.

Paderborn. Gegen 11.15 Uhr war zunächst ein Löschfahrzeug der Feuer- und Rettungswache Süd der Paderborner Feuerwehr unter dem Alarmstichwort „Feuer 1, Brandnachschau“ zu der Realschule an der Gertrudenstraße alarmiert worden. Eine Brandstelle fanden die Kräfte nicht, wohl aber eine Handvoll Schülerinnen und Schüler, die über Atemwegsreizungen klagten.

Daraufhin wurden drei Rettungswagen, ein Notarzt und auch die beiden Führungsdienste der Feuerwehr zur Verstärkung alarmiert. Auch die Polizei fuhr mit mehreren Streifenwagen zur Schule, berichtet Sprecherin Imke von der Heiden. Obwohl die Messgeräte der Feuerwehr keinen Schadstoff nachweisen konnten, gehen die Ermittlungen von einem externen Einsatz von Pfefferspray aus.

Rasch leitete die Schulleitung eine Räumung der betroffenen Bereiche ein. Da die Zahl der Betroffenen immer weiter anstieg, wurde das Einsatzstichwort um 12.17 Uhr auf MANV10 erhöht. Dieses Kürzel steht für einen sogenannten Massenanfall von bis zu zehn Verletzten. Daraufhin rückten weitere Kräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen aus. Insgesamt waren sechs Rettungswagen und drei Notärzte sowie der Leitende Notarzt Ingo Christiansen in Marsch gesetzt. Ein Teil der Kräfte stand aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse am Südring-Parkplatz in Bereitstellung.

Zwischen 40 und 45 Personen wurden durch den Rettungsdienst medizinisch gesichtet, berichtet Mirko Bursian, Einsatzleiter der Feuerwehr Paderborn, gegenüber der NW. Diese hätten insbesondere über leichte Reizungen der Atemwege geklagt. Die Betroffenen wurden in der Sporthalle untergebracht.

Drei Schulkinder hatten am späten Vormittag im Bereich des ersten Obergeschosses zuerst über gereizte Atemwege geklagt und die Schulleitung informiert. Betroffen waren letztlich zwei voneinander getrennte Gebäudebereiche, die dann evakuiert wurden. Es sei davon auszugehen, dass die Räume am Montag wohl vorerst nicht zu Unterrichtszwecken betreten werden könnten. Für die insgesamt etwa 560 Köpfe starke Schülerschaft sowie Teile der Lehrerschaft ist der Unterricht damit für heute beendet.

Die Schulleitung informierte die Elternschaft über die weiteren Abläufe. Unter anderem wurde mit dem Padersprinter der Bustransfer geklärt, da bei der Evakuierung Taschen, Jacken und entsprechend auch Mobiltelefone und Fahrkarten in den Räumen zurückgelassen wurden. Jan-Uve Walter, Fachberater Chemie im Kreis Paderborn, wurde durch die Feuerwehr hinzugezogen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

In zwei Rettungswagen auf dem Schulgelände wurden unter Koordinierung des Leitenden Notarztes Ingo Christiansen sämtliche betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte untersucht. Die Paderborner Krankenhäuser sind zudem über den Einsatz informiert worden, um nötigenfalls die Versorgung der Betroffenen wahrzunehmen. Nach Informationen der Polizei ist im Außenbereich der Schule zumindest ein noch teilweise gefülltes Pfefferspray-Behältnis vorgefunden worden. Die Hintergründe zu dem Reizstoff und wie dieser auf das Schulgelände gekommen ist, werden derzeit noch ermittelt, heißt es von der Polizei.

Text: Ralph Meyer und Marc Schröder, Fotos; Ralph Meyer