Schlüsselübergabe: Ostenlands Feuerwehr hat ein neues Zuhause. Nach 67 Jahren zieht der Löschzug Ostenland um: Mit Blaulicht und Marschmusik ging es vom alten Gerätehaus am Friedhof in die neue Wache an der Mühlensenner Straße.
Delbrück-Ostenland. 67 Jahre war das Gerätehaus gegenüber dem Friedhof für die Blauröcke aus Ostenland ihr Zuhause. Am Freitag (2. Oktober) öffneten sich zum letzten Mal dort die Tore für ein Ausrücken aller Fahrzeuge. Einsatzort und Ziel war die neue Wache an der Mühlensenner Straße 2 in Ostenland.
Der Ortswechsel in Ostenland mit der Mannschaft und allen Gerätschaften sowie jeder Menge Blaulicht wurde mit Freude, Marschmusik und zahlreichen interessierten Bewohnern des Delbrücker Ortsteils begleitet. Am iel angekommen, gehörte das feierliche Wiederaufziehen der Fahnen am neuen Gerätehaus selbstverständlich dazu.
„Heute ist für die Feuerwehr aus Ostenland ein ganz besonderer Tag und alles andere als ein gewöhnlicher Umzug“, so Löschzugführer Peter Bathe und stellte weiter fest: „Unser altes Gerätehaus war ein Ort, in dem unzählige Einsätze vorbereitet und ausgerückt wurde und Kameradschaft ihren Platz hatte. Eine Modernisierung, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden, war dort nicht mehr möglich. Wir mussten neue Wege gehen und stehen heute vor dem Ergebnis.“
Löschzugführer Peter Bathe stellte weiter fest: „Für ein solches Projekt braucht es Menschen, die eine Idee entwickeln, planen und Entscheidungen treffen.“ Hier sprach Peter Bathe seinen ganz besonderen Dank an die Stadt Delbrück, Verwaltung und deren Politiker aus für die Umsetzung aller Vorstellungen. „Natürlich geht mein ganz besonderer Dank an die eigenen Kameraden und Kameradinnen. Denn über die gesamte Projektphase gab es ein beispielloses Engagement aller. Etliche Kameraden haben ihre Zeit und ihr Wissen hier einfließen lassen und kräftig angepackt“, sagte Bathe.
„Nicht nur für Ostenland, sondern für die ganze Stadt Delbrück ist dieser Tag ein ganz besonderer“, sagte Bürgermeister Johannes Lindhauer zur Schlüsselübergabe. „Hier vor dem neuen Gerätehaus schlagen wir ein neues Kapitel auf“, bestätigte Lindhauer und erinnerte: „Der Weg zu dem neuen Gerätehaus begann im Jahr 2022. Hier musste ein Grundstück gefunden werden und die Bauleitplanung umgesetzt werden. Unser Ziel war, bedarfsgerecht und verantwortungsvoll zu bauen.“
Die ursprünglich erwarteten Gesamtkosten der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) beliefen sich auf 6,6 Millionen Euro und würden voraussichtlich auch überschritten werden. Nach grundlegender Überarbeitung der Bauplanung im Jahr 2024 kam ein sehr guter Stand mit Gesamtkosten von 5,85 Millionen heraus, was auch eingehalten wurde.
„Dieser Neubau schafft die nötigen Rahmenbedingungen für eine funktionierende Feuerwehr und ist eine Investition für die Zukunft und Sicherheit unserer Bürger“, bestätigte Johannes Lindhauer.
„Das Gebäude allein macht noch keine Feuerwehr, es sind die Menschen, die dahinterstehen“, so der Leiter der Delbrücker Feuerwehr Heinz Noje und sagte: „Dieses Gerätehaus bietet hervorragende Bedingungen für den Einsatz und die Weiterbildung. Die heutige Schlüsselübergabe steht für einen neuen Abschnitt. Für bessere Bedingungen, für ein neues Zuhause und modernere Möglichkeiten für den Löschzug Ostenland.“ Mit auf den Weg gab der Leiter der Wehr Delbrück den Wunsch an die Kameraden, immer von allen Einsätzen unversehrt nach Hause zu kommen. Dies sei wichtiger als alle neuen Gebäude und moderne Technik.
Die Blauröcke aus Ostenland können auf einen tief reichenden Stammbau blicken. Am 10. Mai 1929 wurde in der Gaststätte Beiwinkel die Gründungsversammlung abgehalten. An diesem Abend trugen sich 54 Interessierte in eine Mitgliederliste ein. Ein Gerätehaus wurde errichtet und von der Gemeinde wurde eine Feuerspritze angeschafft. In den Anfängen zogen Pferde die Feuerspritze.
Die erste Feuersirene wurde im Jahr 1940 auf dem Haus Merschmann installiert. Eine Motorspritze folgte im Jahr 1947. Und Ende 1969 wurde das Gerätehaus gegenüber dem Friedhof eingeweiht, welches mit der Zeit für die heutigen Einsatzfahrzeuge trotz Erweiterung im Jahr 2006 für ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF20) zu klein geworden ist und die Vorgaben nicht mehr erfüllt.
Zur Schlüsselübergabe freuen sich die stellvertretenden Ostenländer Löschzugführer Steffen Knapp (von links) und Markus Fortmeier, Löschzugführer Peter Bathe, Delbrücks Bürgermeister Johannes Lindhauer und Wehrleiter Heinz Noje. Mit dabei sind außerdem die stellvertretenden Leiter der Delbrücker Feuerwehr, Jörg Rodehutskors und Ralf Fischer. Foto: Heinz Dieter Steg
Westfälisches Volksblatt