Kreis Paderborn / Delbrück.

ABC-Einsatzkräfte aus mehreren Regierungsbezirken probten in Delbrück. Übung: Giftwolke weht heran.

  • Delbrueck

 

Kreis Paderborn/Delbrück(bb). Ein Großaufgebot an hochspezialisierten Feuerwehrkräften aus den Regierungsbezirken Detmold und Arnsberg kam jetzt im Delbrücker Land zusammen, um neue praktische Erkenntnisse zu sammeln, Erfahrungen auszutauschen und so eine reibungslose Zusammenarbeit bei atomaren, biologischen und chemischen (ABC-)Gefahren zu gewährleisten.

Für realistische Übungsbedingungen sorgte das Institut der Feuerwehr (IdF), das erstmals außerhalb der Stadtgrenzen von Münster ein eigens entwickeltes Computersimulationsprogramm einsetzte. Reges Interesse zeigten die Teilnehmer vor und nach den Messfahrten an den Workshops, die die Analytische Task Force (ATF; Dortmund) anbot.

Seit März hatten die Verantwortlichen vor Ort die Planungen für die besondere Veranstaltung vorangetrieben. Zusammen liefen die Fäden innerhalb der Gesamtwehr Delbrück beim ABC-Zug des Kreises Paderborn unter Führung von Matthias Strunz sowie bei den Übungsleitern Lothar Mühlbrandt, Alfons Heisener, Ludger Schmidt und Tobias Lenzmeier.

Der Löschzug Westenholz stellte sein Gerätehaus zur Verfügung stellte und übernahm zudem die Bewirtung aller Besucher. Noch vor Sonnenaufgang rollten insgesamt elf Erkundungskraftwagen aus den Kreisen und Städten Gütersloh, Bielefeld, Herford, Minden-Lübbecke, Lippe, Höxter, Hamm und Dortmund auf den Hof. Das heimische ABC-Sonderfahrzeug rückte aus Delbrück an. Die Alarmierung erfolgte, ohne genauere Informationen zum Tagesablauf, durch die Bezirksregierung Detmold. Mehr erfuhren die Aktiven erst nach Eintreffen im Bereitstellungsraum.

Das Übungsszenario unterstellte folgende Einsatzlage: Im Nachbarkreis Soest brennt ein Recyclingbetrieb, und eine Schadstoffwolke zieht übers Land. Besorgte Bürger aus dem Süden der Delbrücker Innenstadt sowie dem Ortsteil Hagen melden der Kreisleitstelle Paderborn seltsamen Geruch. Die angeforderten Einheiten erhalten Order, die Lage genauer zu erkunden. Die Messleitkomponente (MLK) übernimmt die Führung, trägt die Daten zusammen und unterstützt der Einsatzleitung bei der Bewertung.

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Noch vor Mittag konnte die eingeteilten Abschnittsleiter Jörg Heitmann aus Halle und Stefan Temme aus Versmold den geladenen Ehrengästen und interessierten Beobachtern der Übung erste Ergebnisse zum vermeintlichen Ausbreitungsgebiet der Schadstoffe präsentieren. Zusätzlich standen Carl Wübbe, Ralf Schadwinkel und Benedikt Schmertmann gerne Rede und Antwort.
Ihre einzelnen Messaufträge nahmen die Fahrzeug-Besatzungen unterwegs per Funk entgegen. Straßenkarten ersetzten fehlende Ortskenntnisse.
Der zweite Bielefelder Erkunder mit Gruppenführer Carsten Tiekötter steuerte unter anderem den Alten Markt und den Jüdendamm an. Truppmann Carsten Schröther hielt die erhobenen Ergebnisse fest und gab sie verschlüsselt an das MLK-Team durch.

So erhielten die Beteiligten so ein immer detailliertes Bild von der angeblichen Schadstoffwolke, das zur Freude der IdF-Dozenten Frank Wenking und Robert Luttermann fast genau mit ihrer Computersimulation übereinstimmte. Probeweise gaben die Verantwortlichen über die Informations- und Warndienste für Mobiltelefone auch eine passende Meldung an die Bevölkerung aus.
Matthias Erve und Leon Teipel schließlich nutzten die Chance, bei ihren Zuhörern für die vielfältigen Serviceleistungen der ATF Dortmund zu werben. Bei Bedarf eilen die Spezialisten gerne mit einem mobilen Labor herbei.

Westfälisches Volksblatt, von Barbara Brunnert